Welche Unterlagen werden für einen Immobilienverkauf benötigt?
Wer eine Immobilie verkaufen möchte, sollte die erforderlichen Unterlagen möglichst frühzeitig zusammenstellen. Vollständige Unterlagen für den Immobilienverkauf schaffen Vertrauen, ermöglichen eine realistische Bewertung und verhindern, dass sich der Verkauf durch Rückfragen von Interessenten, Banken oder dem Notar verzögert.
Doch welche Dokumente benötigen Sie tatsächlich? Die folgende Checkliste zeigt die fünf wichtigsten Unterlagen und erklärt, worauf Eigentümer achten sollten.
1. Grundbuchauszug: Eigentum und Belastungen prüfen
Der Grundbuchauszug gehört zu den wichtigsten Unterlagen beim Immobilienverkauf. Er zeigt unter anderem:
- wer als Eigentümer eingetragen ist,
- wie das Grundstück bezeichnet ist,
- ob Wegerechte, Wohnrechte oder andere Belastungen bestehen,
- ob Grundschulden oder Hypotheken eingetragen sind.
Für die Vermarktung und Finanzierung verlangen Banken und Kaufinteressenten häufig einen aktuellen Auszug, der möglichst nicht älter als drei Monate ist. Eine gesetzliche Drei-Monats-Frist gibt es allerdings nicht. Eigentümer erhalten den Auszug beim zuständigen Grundbuchamt; auch ein Notar kann ihn bei berechtigtem Interesse abrufen.
Praxis-Check: Stimmen Eigentümer, Grundstücksbezeichnung und eingetragene Rechte mit der tatsächlichen Situation überein?

2. Flurkarte: Lage und Zuschnitt des Grundstücks
Die Flurkarte – auch Liegenschaftskarte genannt – stellt das Grundstück, seine Flurstücksgrenzen und die vorhandene Bebauung dar. Sie hilft Interessenten, Maklern, Sachverständigen und Banken dabei, Lage und Zuschnitt des Grundstücks richtig einzuordnen.
Besonders bei Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäusern und unbebauten Grundstücken ist sie ein wichtiger Bestandteil der Verkaufsunterlagen. Erhältlich ist die Flurkarte beim zuständigen Kataster- oder Vermessungsamt beziehungsweise über die dafür vorgesehenen Online-Portale.
Praxis-Check: Sind Grundstücksgrenzen, Gebäude und Anbauten nachvollziehbar dargestellt?

3. Grundrisse: Räume verständlich darstellen
Gut lesbare Grundrisse helfen Kaufinteressenten, sich die Raumaufteilung und Nutzungsmöglichkeiten der Immobilie vorzustellen. Idealerweise liegt für jedes Geschoss ein eigener, bemaßter Grundriss vor.
Alte Baupläne sind jedoch nicht immer aktuell. Wurden beispielsweise Wände versetzt, Räume zusammengelegt oder Dachgeschosse ausgebaut, sollten die Pläne vor der Vermarktung überprüft und gegebenenfalls neu gezeichnet werden. Veraltete oder schwer lesbare Grundrisse können zu Rückfragen führen und die Finanzierung erschweren.
Praxis-Check: Entsprechen Raumaufteilung, Türen, Fenster und Geschosse noch dem heutigen Zustand?

4. Wohnflächenberechnung: Die Quadratmeter nachvollziehbar belegen
Die Wohnfläche ist ein zentraler Faktor für Immobilienwert, Angebotspreis und Finanzierung. Eine bloße Quadratmeterangabe im Exposé reicht häufig nicht aus. Banken und Käufer möchten nachvollziehen können, wie die Fläche berechnet ist.
Besondere Aufmerksamkeit benötigen Dachschrägen, Balkone, Terrassen sowie Keller- und Nebenräume, da diese Flächen nicht immer vollständig als Wohnfläche angesetzt werden dürfen. Fehlt eine belastbare Berechnung oder bestehen Zweifel an älteren Angaben, kann ein neues Aufmaß sinnvoll sein.
Praxis-Check: Ist die angegebene Wohnfläche rechnerisch belegt und passt sie zum aktuellen Gebäudezustand?

5. Energieausweis: Beim Verkauf grundsätzlich einplanen
Beim Verkauf eines Wohngebäudes muss grundsätzlich ein gültiger Energieausweis vorliegen. Nach § 80 Gebäudeenergiegesetz ist er Kaufinteressenten spätestens bei der Besichtigung vorzulegen. Nach Abschluss des Kaufvertrags erhält der Käufer den Energieausweis oder eine Kopie.
Ein Energieausweis ist in der Regel zehn Jahre gültig. Abhängig von Gebäude und Voraussetzungen kommt ein Verbrauchs- oder Bedarfsausweis infrage. Liegt der Ausweis bei Veröffentlichung einer Immobilienanzeige bereits vor, müssen außerdem die in § 87 GEG vorgesehenen Energieangaben veröffentlicht werden.
Praxis-Check: Ist der Energieausweis noch gültig und passen Gebäudeart, Baujahr, Energieträger und Kennwerte zur Immobilie?

Praktische Checkliste für Ihren Immobilienverkauf
- aktueller Grundbuchauszug
- aktuelle Flur- oder Liegenschaftskarte
- gut lesbare Grundrisse aller Geschosse
- nachvollziehbare Wohnflächenberechnung
- gültiger Energieausweis
- Bauakte, Baugenehmigungen und Nachweise über Umbauten
- Informationen zu Modernisierungen und Sanierungen
- bei vermieteten Objekten: Mietverträge und relevante Abrechnungen
- bei Eigentumswohnungen: Teilungserklärung, Protokolle, Wirtschaftsplan, Hausgeld und Instandhaltungsrücklage
Vollständige Unterlagen erleichtern den Verkauf
Je früher die Verkaufsunterlagen geprüft werden, desto besser lässt sich eine Immobilie bewerten und professionell vermarkten. Fehlende oder widersprüchliche Angaben fallen dann nicht erst auf, wenn bereits ein Käufer gefunden ist oder dessen Bank die Finanzierung prüft.
Als zertifizierter Immobilienmakler unterstütze ich Eigentümer in Duisburg, Oberhausen und der Rhein-Ruhr-Region dabei, die benötigten Unterlagen zu prüfen, fehlende Dokumente zu identifizieren und den Verkauf strukturiert vorzubereiten.
Sie denken über einen Immobilienverkauf nach? Gerne erstelle ich Ihnen eine kostenlose und unverbindliche Marktpreiseinschätzung für Ihre Immobilie.